Wenn der Notruf eingeht, zählt jede Minute. Irgendwo in Bad Kösen oder den umliegenden Ortsteilen brennt es, ein Keller läuft voll Wasser oder ein Autofahrer ist verunfallt. Für die Freiwilligen Feuerwehrleute beginnt dann ein Wettlauf gegen die Zeit. Viele sind in diesem Moment noch im Büro, arbeiten auf der Baustelle oder sitzen beim Abendessen mit der Familie. Wenige Minuten später müssen sie bereits in der Feuerwache in Ihre Einsatzkleidung schlüpfen und in die Fahrzeuge springen.
„Wir müssen innerhalb von zwölf Minuten am Einsatzort sein“, sagt Oberfeuerwehrmann Tom Hofmann. „Das bedeutet, dass wir nach ungefähr fünf Minuten vom Hof fahren müssen. Da muss alles sehr schnell gehen.“ Informationen müssen dann sofort verfügbar sein und ohne Verzögerung abgerufen werden können, so Hofmann.
Eine Berufsfeuerwehr gibt es in der Gegend nicht. Stattdessen ist die gesamte Region im Süden von Sachsen-Anhalt auf die Freiwillige Feuerwehr angewiesen – im ländlichen Raum in Deutschland ist das die Regel. Rund 120-mal im Jahr rücken die Einsatzkräfte aus. Einer von ihnen ist Oberbrandmeister Stefan Pippinger, der bereits seit 1998 bei der Feuerwehr ist. In dieser Zeit hat sich nicht nur die Technik verändert – sondern auch die Bedeutung des Mobilfunks.
Zwar nutzt die Feuerwehr seit einigen Jahren den Behördenfunk. Darüber werden unter anderem die Pieper der Einsatzkräfte ausgelöst. Doch längst laufen viele weitere Abläufe zusätzlich digital über das Mobilfunknetz. Eine zentrale Rolle spielt dabei in Bad Kösen die App „Alarm Dispatcher“.
„Mit der App können die Kameraden direkt zurückmelden, ob sie am Einsatz teilnehmen“, erklärt Pippinger. Der Einsatzleiter sieht diese Informationen unmittelbar auf einem Bildschirm in der Feuerwache und kann die verfügbaren Feuerwehrleute entsprechend auf die Fahrzeuge verteilen. Gleichzeitig erhalten auch Angehörige automatisch eine Nachricht auf ihr Smartphone und wissen sofort, dass die Liebsten im Einsatz sind.
Damit dieses System funktioniert, braucht es jedoch eine stabile Mobilfunkverbindung. Gerade im ländlichen Raum ist das nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Besonders während der Waldbrandsaison stoßen die Einsatzkräfte immer wieder an Grenzen. „Wenn wir im Wald unterwegs sind und der Mobilfunkempfang fehlt, kann das problematisch werden“, erklärt Pippinger.
Denn auch während des Einsatzes sind die Feuerwehrleute zunehmend auf mobile Daten angewiesen. In den Einsatzfahrzeugen nutzen sie Tablets mit digitalen Wasserkarten, Hochwasserinformationen oder Gefahrgutdatenbanken. Die Anwendungen helfen dabei, schnell Entscheidungen zu treffen und Risiken besser einzuschätzen. Ohne funktionierenden Mobilfunk lassen sich viele dieser Informationen jedoch nicht oder nur eingeschränkt abrufen.
Deshalb verfolgt die Feuerwehr auch die Mobilfunk-Messwoche mit großem Interesse. Pippinger und seine Kameraden wollen selbst die App „Mobilfunk-Check“ nutzen, mit der alle Mobilfunknutzer und Nutzerinnen die Netzverfügbarkeit und Qualität erfassen können. „Es hilft uns sehr weiter, wenn wir wissen, wo der Mobilfunkempfang gut ist“, sagt Pippinger.